Seit 1744, und zwei Brüder, die alles ins Holz legen: Famille Collet
Interner Hinweis — vor dem Veröffentlichen löschen. Sensorik ist HYPOTHESE, bitte gegen eure Verkostungsnotiz prüfen. Offen laut Winzer-DB: Der NUS!-Jahrgang ist entweder 2020 (100 % Chardonnay) oder 2021 (70/30) — im Text deshalb bewusst ohne Jahrgang und ohne Rebsortenangabe. Bei Thomas und Florent nachfragen.
Seit 1744 steht die Familie Collet in Fontaine-Denis-Nuisy in den Reben — dans les galipes, wie sie selbst sagen. Neun Generationen. Heute machen zwei Brüder daraus Champagner: Thomas und Florent.
Auf einen Blick
Ort: Fontaine-Denis-Nuisy, Côte de Sézanne
Rebfläche: 6 Hektar auf 17 Parzellen
Rebsorten: Chardonnay und Pinot Noir
Besonderheit: vollständiger Ausbau im Holz, Solera-Reserve seit 2012, rund 46.000 Flaschen im Jahr
Wo liegt die Côte de Sézanne?
Südwestlich von Epernay, zwischen der Côte des Blancs und der Aube. Es ist die Region der Champagne, über die in Deutschland am wenigsten gesprochen wird — und die erste, die wir überhaupt ins Sortiment geholt haben.
Die Familie bewirtschaftet 6 Hektar auf 17 Parzellen. Der Boden ist ein Mosaik: weiße Kreide im Norden, brauner Silex im Süden. Nebenan steht ein hundert Jahre alter Eichenwald.


Und die Zahl, die fast niemand kennt: Die großen Häuser kaufen bis zu 90 % ihrer Trauben von genau solchen Familien zu.
Dieselben Parzellen, dieselben Hände — nur steht am Ende ein anderer Name auf der Flasche.
Was Thomas und Florent anders machen: alles ins Holz
Die meisten Champagnerhäuser vinifizieren in Edelstahl: temperaturstabil, kontrolliert, risikoarm. Die Collets machen das Gegenteil und bauen vollständig im Holz aus.

| Fass | Volumen |
| Foudres | 2.500 Liter |
| Muids | 1.200 Liter |
| Demi-muids | 600 Liter |
| 70 Barriques | 300 Liter |
Warum die vielen Größen? Weil jedes Fass ein anderes Verhältnis von Wein zu Holzoberfläche hat. Ein großes Foudre gibt dem Wein Luft, aber kaum Holzaroma, eine kleine Barrique gibt beides.
Wer alle vier Größen hat, kann Textur bauen, statt sie zu würzen.
Dazu kommt eine perpetuelle Solera-Reserve seit 2012: Jedes Jahr wird ein Teil entnommen und durch den neuen Jahrgang ersetzt, sodass sich die Jahrgänge dauerhaft verweben. Viele Cuvées bleiben ohne Schönung und ohne Filtration.
Bio ist seit 2023 in Umstellung — gearbeitet wird mit Pflanzenaufgüssen und Absuden, ohne Herbizide, mit einer Bodenbearbeitung, die pro Parzelle angepasst wird. Rund 46.000 Flaschen im Jahr.
Was trinkst du? Acht Cuvées, drei Einstiege
Acht Cuvées führen wir. Drei davon erzählen das Haus am schnellsten — Pierre Noire, Coutinaux 2016 und NUS!.
Pierre Noire — der Einstieg
80 % Chardonnay, 20 % Pinot Noir, mit einem Solera-Anteil aus dem Foudre, 40 Monate Hefelager, 1 g/l Dosage. Wenn du wissen willst, wie das Haus schmeckt, fängst du hier an.
Coutinaux 2016 — die Gegenprobe
Eine Einzellage aus dem Norden, wo die Kreide bis an die Oberfläche kommt, 60 % im Holz, 90 Monate auf der Hefe. Siebeneinhalb Jahre Geduld in einer Flasche.
NUS! — nackt, und das ist Programm
Brut Nature ohne Dosage, komplett im Holz.
Und außerdem im Regal
Silex & Craie und Les Guyottes 2019 als Blanc de Blancs, Nakai als zweiter Brut Nature mit Beton-Ei-Anteil, Wellington 2019 als Jahrgang und der Pierre Noire Rosé.
Im Glas (Hypothese, bis wir gemeinsam gegenverkostet haben): vinös, nussig, mit würziger Tiefe — das Holz integriert, nicht dominant.
1744. Das ist vor Mozart.
Seit diesem Jahr bewirtschaftet die Familie Collet Reben in Fontaine-Denis-Nuisy — neun Generationen lang. Heute stehen zwei Brüder dafür: Thomas und Florent.
Thomas ist der Genaue. Florent ist der Verbindende. Das klingt nach einer Erzählung, die sich jemand ausgedacht hat — man schmeckt es aber tatsächlich: präzise gebaute Weine, die trotzdem niemanden ausschließen.


NUS! kommt ohne Dosage, ohne Schönung, ohne Filtration und ohne Schwefelzugabe aus. Hier kaschiert nichts: Wenn der Grundwein nicht taugt, merkt man es sofort — deshalb machen das so wenige.
Flasche. Snack. Rezept.
Bei uns kommt nie nur eine Flasche. Zu jedem Champagner legen wir einen Snack, der auf ihn abgestimmt ist, und ein Rezept, mit dem daraus ein Abend wird.
Unser Snack zu den Holz-Cuvées: Sablés au Comté
Gereifter Comté im Mürbegebäck bringt Salz und Umami mit — genau die Brücke, die ein im Holz ausgebauter Champagner braucht. Das Holz trifft den Schmelz, und beide gewinnen.
Zum Kochen: Pasta mit Steinpilzen und Beurre noisette
Nuss trifft Nuss, die Pilze holen die Umami-Seite nach vorn.
Was wir dazu öffnen würden
Vielschichtig
NUS! Caveau Exclusive (Rock'n Roll)
Brut Nature ohne Dosage, komplett im Holz, ohne Schönung und ohne Filtration — die Flasche, bei der nichts kaschiert.
64,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Zur Flasche
Frisch & mineralisch
Pierre Noire Extra Brut
80 % Chardonnay, 20 % Pinot Noir, mit Solera-Anteil aus dem Foudre und 40 Monaten Hefelager — der Einstieg ins Haus.
52,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Zur FlascheHäufige Fragen
Fünf Fragen, die uns zu diesem Haus am häufigsten erreichen — kurz beantwortet.
Was bedeutet Brut Nature?
Brut Nature bezeichnet Champagner ohne zugesetzte Dosage, also praktisch ohne Restzucker. Weil kein Zucker etwas ausgleicht, zeigt sich der Grundwein ungefiltert — der Stil verlangt sehr gutes Traubenmaterial.
Was ist eine Solera-Reserve bei Champagner?
Ein Reservesystem, bei dem jedes Jahr ein Teil des Weins entnommen und durch den neuen Jahrgang ersetzt wird. Dadurch verweben sich viele Jahrgänge dauerhaft. Die Familie Collet führt ihre Solera seit 2012.
Warum wird Champagner im Holzfass ausgebaut?
Holz lässt geringe Mengen Sauerstoff an den Wein und gibt ihm dadurch Textur, Breite und oft nussige Noten. Große Fassformate wirken vor allem über den Sauerstoff, kleine zusätzlich über Holzaroma. Der Ausbau in Edelstahl bewahrt dafür mehr primäre Frucht.
Wo liegt Fontaine-Denis-Nuisy?
In der Côte de Sézanne, südwestlich von Epernay, am Übergang zur Aube. Die Region ist deutlich weniger bekannt als die Côte des Blancs oder die Montagne de Reims.
Welches Glas passt zu einem im Holz ausgebauten Champagner?
Ein tulpenförmiges oder weißweinähnliches Glas, bei vinösen und gereiften Cuvées gern etwas bauchiger. Die aufgeweitete Öffnung lässt die nussig-würzigen Noten aufgehen, die genau von diesem Ausbau kommen.
Annika & Marc
Wir — Annika und Marc — hatten lange das Gefühl, dass im Sortiment eine Region fehlt, und die Côte de Sézanne war so ein weißer Fleck. Ein Haus, das seit 1744 dabei ist und trotzdem den kompletten Keller auf Holz umstellt, hat sich etwas dabei gedacht — seit Mai 2026 führen wir acht Cuvées von Thomas und Florent.

Dein Platz am Tisch
Champagner hat ein Gesicht.
In Fontaine-Denis sind es zwei — und jeden Monat kommen Flasche, Snack und Rezept zu dir an den Tisch.
Mitgliedschaft entdeckenWelcher Stil passt zu dir? Fünf Fragen, fünf Minuten.
Was isst man zu Champagner? Der Pairing-Guide
Weiter entdecken
Als Nächstes: Brut, Extra Brut, Zéro Dosage — warum NUS! ganz ohne auskommt →