2,24 Hektar und ein Weltmeister-Titel: Colette Bonnet
Interne Hinweise — vor dem Veröffentlichen löschen.
1) RM-Status ungeklärt — blockierend. Laut Winzer-DB presst Colette Bonnet selbst, lässt die Vinifikation aber seit 2009 im Centre Vinicole de la Champagne in Chouilly durchführen. Ob der CIVC-Code auf RM oder RC (Récoltant-Coopérateur) lautet, ist seit dem Besuch am 23.04.2026 noch nicht dokumentiert. Dieser Text behauptet deshalb bewusst nirgends „RM“ oder „Winzerchampagner“ und beschreibt stattdessen nur, was belegt ist. Bitte den Code prüfen und mir Bescheid geben — danach kann der Text nachgeschärft werden.
2) „Demeter“ aus dem Notion-Draft entfernt. Die Winzer-DB führt nur Bio (AB, Ecocert) plus biodynamische Praxis; eine Demeter-Zertifizierung ist als offene Frage vermerkt, nicht als Fakt.
3) Sensorik ist HYPOTHESE, bitte gegen eure Verkostungsnotiz prüfen.
2,24 Hektar in Noë-les-Mallets, rund 5.000 Flaschen im Jahr, dritte Generation. 2025 wurde einer dieser Champagner zum World’s Best Champagne gewählt.
Auf einen Blick
Ort: Noë-les-Mallets, Côte des Bar, Département Aube
Fläche: 2,24 Hektar, rund 5.000 Flaschen im Jahr
Rebsorten bei uns im Glas: Pinot Blanc, Pinot Noir, Chardonnay
Boden: Kimméridgien-Mergel, dieselbe Formation wie in Chablis
Besonderheit: Tirage- und Dégorgement-Datum stehen auf jeder Flasche
2,24 Hektar. Das ist fast nichts.
2,24 Hektar sind fast nichts: Ein durchschnittlicher deutscher Bauernhof bewirtschaftet gut das Zwanzigfache. Colette Bonnet macht auf ihren 2,24 Hektar in Noë-les-Mallets rund 5.000 Flaschen im Jahr.
5.000 Flaschen heißt auch: Es gibt nicht viel. Das ist kein Marketing, das ist die Größe des Hofs.
Was ihr Weinberg anders macht
Der Boden in Noë-les-Mallets ist Kimméridgien — Mergel-Kalk mit hohem Tonanteil, dieselbe Geologie wie in Chablis. Die Champagne endet hier und das Burgund fängt an, geologisch schon lange vor der Landkarte.

Die Umstellung auf Bio begann 2006 mit Ecocert — bis zur ersten zertifizierten Cuvée im Verkauf vergingen zehn Jahre.
| Jahr | Schritt |
| 2006 | Umstellung auf Bio beginnt, mit Ecocert |
| 2009 | Erste Ernte nach Bio-Regeln |
| 2016 | Erste zertifizierte Cuvée geht in den Verkauf |
Zehn Jahre zwischen Entscheidung und Etikett.
Dazu arbeitet sie biodynamisch, geschult bei Pierre Masson. Die Reben sind im Schnitt 30 Jahre alt.

Auf dem Hof stehen Bienenstöcke. Colette Bonnet ist auch Imkerin und verkauft Bio-Honig. Das ist kein Hobby am Rand, sondern dieselbe Logik: Wer in Ökosystemen denkt, hört nicht an der Rebzeile auf.
Radikale Transparenz auf dem Etikett
Auf jeder ihrer Flaschen stehen zwei Daten, die sonst fast niemand nennt: Tirage und Dégorgement. Zusammen sagen sie dir, wie lange der Wein auf der Hefe lag.
Tirage
Wann der Wein auf die Hefe ging.
Dégorgement
Wann er entkorkt und die Hefe entfernt wurde.
Warum das etwas taugt: Zwischen diesen beiden Daten liegt die Hefelagerzeit, und die entscheidet mit darüber, wie viel Brioche, Nuss und Cremigkeit im Glas landen.
Nach dem Dégorgement beginnt eine zweite Uhr zu laufen — der Champagner verändert sich weiter. Wer beide Daten kennt, weiß, was er vor sich hat. Wer sie nicht angibt, lässt dich raten.
Was trinkst du? Pinot Blanc als Reinsorter
Wir führen drei ihrer Cuvées. Die interessanteste ist der Pinot Blanc Millésime 2019.
Pinot Blanc Millésime 2019
Pinot Blanc ist in der Champagne zugelassen, aber kaum jemand baut ihn noch an, und fast niemand füllt ihn sortenrein ab. Dosage: Extra Brut, 4 g/l.
Assemblage 3 Cépages 2020
Aus allen drei Rebsorten.
Noir Essentiel 2017
Zum Noir Essentiel gehört die Auszeichnung: Nicht dieser Jahrgang, sondern sein Vorgänger, der Noir Essentiel n°2016 (94 % Pinot Noir, 6 % Chardonnay), wurde beim Glass of Bubbly Award 2025 zum Champion gekürt. Der 2017er ist derselbe Wein, ein Jahr später gelesen.
Auf Kimméridgien bekommt der Pinot Blanc eine salzige Kante und florale Noten — Linde, Akazie — die ein Chardonnay so nicht liefert.
Im Glas (Hypothese, bis wir gemeinsam gegenverkostet haben): frisch, präzise, mit floralem Kern und mineralischer Länge.
Wer ist Colette Bonnet?
Colette Bonnet führt ihren Familienbetrieb in dritter Generation. Sie hat ihn mit 26 Jahren übernommen — nach einer Zeit im Burgund, wo sie 1998 in Montrachet verstand, was ein Boden mit einem Wein machen kann.
Ein Jahr später begannen bei ihr zu Hause die ersten Bio-Versuche. Die Reben liegen seit über hundert Jahren in der Familie.

Henri Barrois, 1911
Ihr Großonkel war 1911 an der Winzerrevolte der Côte des Bar beteiligt — dem Aufstand, der dafür sorgte, dass die Aube überhaupt zur Champagne gehören darf. Er war damals 26 Jahre alt und blieb kinderlos; die Weinberge gingen an Colettes Eltern.
Bis zu 90 % — die Zahl, die fast niemand kennt
Die großen Häuser kaufen bis zu 90 % ihrer Trauben von genau solchen Familien zu. Bei Colette Bonnet ist das keine abstrakte Statistik — sie verkauft selbst einen Teil ihrer Ernte an renommierte Häuser, die keine eigenen Bio-Trauben haben. Der Rest wird ihr eigener Champagner.
Rund 5.000 Flaschen im Jahr — und 2025 wurde einer dieser Champagner beim Glass of Bubbly Award zum World’s Best Champagne gewählt.
Flasche. Snack. Rezept.
Bei uns kommt nie nur eine Flasche. Zu jedem Champagner legen wir einen Snack, der auf ihn abgestimmt ist, und ein Rezept, mit dem daraus ein Abend wird.
Unser Snack zum Pinot Blanc: Nori mit Meersalz
Bei 4 g/l Dosage trägt Salz besser als Süße — Jod und Umami heben die florale Frucht, statt sie zuzudecken. Ein sicheres Paar.
Zum Kochen: Risotto mit grünem Spargel und jungen Erbsen
Der Pinot Blanc hat genug Salz, um die Butter im Risotto zu tragen, und genug Frische für den Spargel — der sonst fast jeden Wein metallisch macht.
Was wir dazu öffnen würden
Frisch & mineralisch
Pinot Blanc Millésime 2019 Extra Brut
Die Rebsorte, die fast niemand mehr sortenrein abfüllt — auf Kimméridgien, mit 4 g/l. So schmeckt ihre Konsequenz im Glas.
63,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Zur Flasche
Vielschichtig
Noir Essentiel Millésime 2017 Extra Brut
Derselbe Wein wie der Champion: Sein Vorgänger n°2016 wurde 2025 zum World’s Best Champagne gekürt — der 2017er ist ein Jahr später gelesen.
63,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Zur FlascheHäufige Fragen
Fünf Fragen, die uns zu Colette Bonnet, ihrem Pinot Blanc und den Daten auf dem Etikett am häufigsten gestellt werden.
Was ist Pinot Blanc in der Champagne?
Pinot Blanc ist eine der sieben in der Champagne zugelassenen Rebsorten, wird aber nur auf einem sehr kleinen Teil der Fläche angebaut und fast nie sortenrein abgefüllt. Sortenreine Pinot-Blanc-Champagner wie der von Colette Bonnet sind entsprechend selten.
Was bedeuten Tirage und Dégorgement auf dem Etikett?
Tirage ist das Datum, an dem der Wein zur zweiten Gärung auf die Flasche gefüllt wurde. Dégorgement ist das Datum, an dem die Hefe entfernt wurde. Die Spanne dazwischen ist die Hefelagerzeit; sie prägt Textur und Aromatik. Nur wenige Häuser geben beide Daten an.
Was ist der Glass of Bubbly Award?
Ein internationaler Schaumwein-Wettbewerb. Der Noir Essentiel n°2016 von Colette Bonnet wurde dort 2025 als World’s Best Champagne ausgezeichnet.
Wo liegt Noë-les-Mallets?
In der Côte des Bar im Département Aube, im Süden der Champagne nahe der Grenze zum Burgund. Der Boden ist Kimméridgien-Mergel — dieselbe Formation wie in Chablis.
Welches Glas passt?
Ein tulpenförmiges oder weißweinähnliches Glas mit aufgeweiteter Öffnung. Gerade bei einem floralen, mineralischen Stil wie dem Pinot Blanc macht die Glasform einen hörbaren Unterschied — schmale Formen schneiden genau diese Noten ab.
Annika & Marc
Wir — Annika und Marc — waren im April 2026 bei Colette Bonnet. Überzeugt hat uns nicht der Award, sondern die Konsequenz: zehn Jahre von der Bio-Entscheidung bis zur ersten zertifizierten Flasche, Daten auf dem Etikett, die niemand verlangt — und Bienen, weil es zum Rest passt.

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In Noë-les-Mallets ist es ihres — Flasche, Snack und Rezept, jeden Monat.
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