Blanc de Blancs vs. Blanc de Noirs — der Unterschied im Glas
Der Unterschied zwischen Blanc de Blancs und Blanc de Noirs ist die Rebsorte: Blanc de Blancs kommt aus weißen Trauben, fast immer Chardonnay, Blanc de Noirs aus roten Trauben, die weiß gekeltert werden.
Zwei Flaschen, dasselbe Dorf, derselbe Boden, dieselbe Familie. In beiden ist der Champagner weiß. Trotzdem schmecken sie so verschieden, dass man sie blind nie verwechseln würde.
Der Grund steht auf dem Etikett: Blanc de Blancs auf der einen, Blanc de Noirs auf der anderen. Der Unterschied beginnt nicht im Keller, sondern im Weinberg.
Chardonnay — weiße Traube, weißer Saft. Daraus wird ein Blanc de Blancs.
Pinot Noir — rote Traube, heller Saft. Daraus wird ein Blanc de Noirs.
Auf einen Blick
- Blanc de Blancs — nur weiße Trauben, fast immer 100 % Chardonnay. Zitrus, Kreide, gerade.
- Blanc de Noirs — weiß gekeltert aus roten Trauben. Rote Beere, Würze, Körper.
- Die Faustregel — Blanc de Blancs geht in die Höhe, Blanc de Noirs in die Breite.
Was bedeutet Blanc de Blancs?
Blanc de Blancs heißt „Weißer aus Weißen“ und bezeichnet Champagner, der ausschließlich aus weißen Trauben gekeltert wird — in der Champagne fast immer 100 % Chardonnay.
Der Stil ist typischerweise zitrisch, kreidig und geradlinig: weißer Pfirsich, Zitronenschale, grüner Apfel, mit zunehmender Reife Hasel und Brioche.
Er wirkt schlank, nicht dünn. Die Spannung kommt aus der Säure, nicht aus dem Körper.
Was bedeutet Blanc de Noirs?
Blanc de Noirs heißt „Weißer aus Schwarzen“ und bezeichnet weiß gekelterten Champagner aus roten Trauben — Pinot Noir, Meunier oder beides.
Dieselben Beeren, zwei Ergebnisse: Die Farbe entscheidet sich an der Presse, nicht an der Traube.
Dass er trotzdem weiß ist, liegt an der Pressung: Der Farbstoff sitzt in der Schale, nicht im Saft. Wird schnell und schonend gepresst, bleibt der Most hell.
Genau deshalb ist die Presse in der Champagne so ein Thema — ein paar Minuten zu lang, und der Wein bekommt eine Farbe, die niemand bestellt hat.
Im Glas ist ein Blanc de Noirs breiter und würziger: rote Beere, Kirsche, Gewürz, oft eine kalkige oder räuchrige Note. Mehr Körper, weniger Kante.
Was ist der Unterschied zwischen Blanc de Blancs und Blanc de Noirs im Geschmack?
Ein Blanc de Blancs schmeckt schlanker, zitrischer und mineralischer; ein Blanc de Noirs breiter, fruchtiger und würziger. Der Unterschied liegt an der Rebsorte, nicht am Ausbau.
Blanc de Blancs geht in die Höhe. Blanc de Noirs geht in die Breite.
| Blanc de Blancs | Blanc de Noirs | |
| Trauben | Chardonnay (weiß) | Pinot Noir, Meunier (rot) |
| Aromen | Zitrus, weißer Pfirsich, Kreide | rote Beere, Kirsche, Würze |
| Körper | schlank, spannungsreich | breit, strukturiert |
| Wirkt gut | als Aperitif, zu Fisch | zum Essen, auch zu Fleisch |
| Passt zu dir, wenn | du trockenen Weißwein magst | du eigentlich Rotwein trinkst |
Wie vergleicht man die beiden fair?
Indem man zwei Cuvées aus demselben Dorf, demselben Boden und derselben Hand nebeneinander öffnet. Dann isoliert man genau eine Variable: die Rebsorte.
Meistens vergleicht man Äpfel mit Birnen: ein Blanc de Blancs aus der Côte des Blancs gegen einen Blanc de Noirs aus der Aube — zwei Rebsorten, aber auch zwei Böden, zwei Klimazonen, zwei Häuser.
Es gibt ein Dorf, in dem dieser Vergleich sauber funktioniert: Les Riceys, bei Familie Morel in Les Riceys. Dort keltert Pascal Morel beide Stile selbst — derselbe Kimméridgien-Kalkmergel, dieselben Hände, zwei Antworten.
Was wir dazu öffnen würden
Blanc de Blancs
Cuvée Gabriel
100 % Chardonnay · 6 g/l Dosage
Morel, Les Riceys
55,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Blanc de Noirs
L’Extra Brut
100 % Pinot Noir · 4 g/l Dosage
Morel, Les Riceys
47,90 €
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Das Ungewöhnliche an der Cuvée Gabriel: Les Riceys ist Pinot-Noir-Land. Chardonnay ist hier die Ausnahme, nicht die Regel. Der Blanc de Noirs daneben ist mit 4 g/l noch trockener — dieselbe Familie, dieselbe Parzellenlogik, anderes Ergebnis.
Das ist die ehrlichste Art, den Unterschied zu lernen — und ehrlich gesagt der Grund, warum wir beide führen.
Welcher ist besser?
Keiner von beiden. Die zwei Stile lösen unterschiedliche Aufgaben — der eine öffnet den Gaumen, der andere trägt ein Essen.
Was du stattdessen fragen kannst: Trinkst du lieber trockenen Weißwein oder leichten Rotwein? Bei Weißwein fängst du beim Blanc de Blancs an. Bei Rotwein beim Blanc de Noirs.
Und wenn du unsicher bist: Es gibt einen dritten Weg, nämlich die Assemblage aus beidem — das, was die meisten Champagner ohnehin sind.
Warum wir beide Stile führen
Die großen Häuser kaufen bis zu 90 % ihrer Trauben von genau den Familien, die niemand kennt. Dieselben Weinberge, dieselben Hände — nur steht am Ende ein anderer Name auf der Flasche.
Wir — Annika und Marc — besuchen 21 Winzerfamilien in der Champagne persönlich. In jede Lieferung legen wir neben der Flasche einen Snack, der auf genau diese Cuvée abgestimmt ist, und ein Rezept, mit dem daraus ein Abend wird.
Flasche. Snack. Rezept.
Was isst man zu einem Blanc de Blancs?
Alles, was fein, salzig und nicht zu fett ist: Austern, Ceviche, Sashimi, junger Ziegenkäse, Spargel. Kräftige Rahmsaucen, Wild und Geschmortes überfahren ihn.
Unser Snack dazu: Nori mit Meersalz oder Mini-Butterkekse. Beide bleiben so weit hinten, dass der Wein vorne bleibt.
Was isst man zu einem Blanc de Noirs?
Geflügel, Kalb, Pilze, gegrilltes Gemüse, gereifter Käse — und ja, auch Rind. Der Körper trägt Gerichte, an denen ein Blanc de Blancs scheitert.
Unser Snack dazu: geröstete Pistazien oder Sablés au Comté. Salzig-nussige Tiefe stützt die Pinot-Struktur.
Zum Kochen: Maispoularde mit Morchelrahm. Umami trifft Würze.
Häufige Fragen
Ist Blanc de Blancs immer Chardonnay?
In der Praxis fast immer. Die Champagne lässt neben Chardonnay noch weitere weiße Sorten zu — etwa Pinot Blanc, Arbane und Petit Meslier — die aber nur auf sehr kleinen Flächen stehen. Ein Blanc de Blancs aus einer dieser Sorten ist eine echte Rarität.
Warum ist Blanc de Noirs nicht rot?
Weil der Farbstoff in der Traubenschale sitzt und nicht im Saft. Bei schneller, schonender Pressung bleibt der Most hell, obwohl die Trauben rot sind.
Was ist der Unterschied zu Rosé-Champagner?
Beim Rosé wird die Farbe bewusst geholt — entweder durch Schalenkontakt (Saignée oder Mazeration) oder durch Zugabe von Rotwein (Assemblage). Ein Blanc de Noirs verwendet dieselben roten Trauben, vermeidet die Farbe aber gezielt.
Welches Glas passt?
Beide Stile gehören in ein tulpenförmiges oder weißweinähnliches Glas mit aufgeweiteter Öffnung. Beim Blanc de Noirs darf es gern etwas bauchiger sein, weil er mehr Luft verträgt.
Wie erkenne ich das auf dem Etikett?
Meist steht „Blanc de Blancs“ oder „Blanc de Noirs“ direkt auf dem Vorderetikett. Steht nichts davon da, handelt es sich in der Regel um eine Assemblage aus weißen und roten Trauben.
Annika & Marc
Annika und Marc — meistens stehen bei uns beide Stile auf dem Tisch.
Wir halten es zu Hause genau so: Nicht der „bessere“ Stil entscheidet, sondern der Abend. Soll ein Glas den Gaumen öffnen, machen wir die Cuvée Gabriel auf; soll es ein Essen tragen, den L’Extra Brut. Und wenn wir uns nicht einig sind, stehen eben beide auf dem Tisch.
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