Sanchez-Le Guédard

Zwei Menschen, zwei Lagen, ein Champagner. Sébastien Sanchez kommt aus dem Marne-Tal, Flore Le Guédard von der Côte des Blancs. Wenn sie zusammen keltern, verbinden sich zwei der unterschiedlichsten Böden der Champagne — und eine Cuvée, der Flore ihren Namen gab.

Wir haben die beiden besucht. Was uns geblieben ist: die Klarheit. Keine großen Inszenierungen. Ein kleines Haus, manuelles Remuage, verantwortungsvoll bewirtschaftete Reben mit Bodenarbeit und Begrünung, und eine Cuvée, die mit 3.000 Flaschen für sich selber spricht.

Wo alles beginnt — Cumières & Oger

Das Haus arbeitet an zwei Orten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Cumières liegt an der Vallée de la Marne, Premier Cru — das Tal ist milder, die Reben reifen anders als auf dem Hügel. Hier wächst vor allem Pinot Noir.

Oger liegt an der Côte des Blancs, Grand Cru — jener Kreideschicht, auf der Chardonnay zu seinem besten wird. Oger ist neben Le Mesnil-sur-Oger einer der großen Chardonnay-Namen der Côte des Blancs: Grand Cru, Kreide bis dicht unter die Oberfläche. Nur wenige Winzer haben dort Zugang.

Sébastien und Flore haben beides.

Die Familie — 5 Hektar, verantwortungsvolle Bewirtschaftung, manuelles Remuage

Fünf Hektar, rund 45.000 Flaschen im Jahr. Verantwortungsvolle Bewirtschaftung — Bodenarbeit und Begrünung zwischen den Reben statt Abkürzung. Manuelles Remuage — einer der zeitaufwändigsten Schritte in der Champagnerherstellung, heute von den meisten Häusern maschinell erledigt. Bei Sanchez-Le Guédard noch von Hand.

Auch sie sind Mitglied im Club Trésors de Champagne — ein Zusammenschluss, dem es nichts zu verkaufen gibt außer Qualität.

Stil & Philosophie — zwei Terroirs, eine Handschrift

Die Rebsorten spiegeln die Lagen: 60 % Pinot Noir, 20 % Meunier, 20 % Chardonnay in der Basis — und die Cuvée Flore als Gegenstück: 100 % Chardonnay aus Oger Grand Cru, nur 3.000 Flaschen.

Flore ist der Champagner, dem Flore Le Guédard ihren Namen gegeben hat. Das ist keine Marketingentscheidung. Das ist ein Bekenntnis.

Im Glas — so fühlt sich die Cuvée Flore an

Cuvée Flore — Blanc de Blancs, Oger Grand Cru (3.000 Fl):

  • Farbe: helles Strohgelb, feine, anhaltende Perlage
  • Nase: Zitrusschale, weißer Pfirsich, Mandel, feiner Kreide-Ton
  • Gaumen: präzise Säure, Spannung ohne Schärfe, langer Abgang mit Salzgehalt

Empfehlung: Riedel Superleggero Hermitage, 8–10 °C. Die schlanke, nach oben zulaufende Form bündelt Zitrus und Kreide und hält die feine Perlage zusammen. Nicht übereilen — dieser Champagner braucht zehn Minuten im Glas. Warum wir bei einer Serie und zwei Formen bleiben, steht in unserem Ratgeber zur Glaswahl für Champagner.

Am Tisch — Flasche. Snack. Rezept.

Die Cuvée Flore braucht Einfachheit. Sie ist klar genug, dass ein falsch gewählter Snack sie übertönt.

Snack: Mandel-Financiers (kaum gesüßt, warm) + ein Klecks Zitronencreme — Mandel und Kreide, das ist eine Liaison.

Rezept: Wildlachs mit Zitrus-Beurre blanc und Kapernbutter — Eleganz trifft Eleganz, der Oger-Chardonnay hält mit.

Für wen ist dieser Champagner?

Für alle, die Blanc de Blancs lieben, aber noch nie etwas aus Oger getrunken haben. Für dich, wenn du das Besondere suchst, ohne den Champagner-Kodex auswendig lernen zu wollen. Und für alle, die wissen, was Oger bedeutet — und trotzdem gucken, wie gut dieser Winzer an diesem Ort wirklich ist.

Champagner hat ein Gesicht. Bei Sanchez-Le Guédard sind es zwei — und gemeinsam sind sie stärker.

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